SENSS Abende

Meinungen, Abstimmung, Diskussion. Und trotzdem sollten wir uns nicht sicher sein.

Seid Euch Nicht So Sicher

"Militärische Abschreckung oder vertrauensvolle Kooperation?"


📆 Am 14.6.26 um 18 Uhr in Raum 222.


Keine Anmeldung erforderlich. Normaler Eintrittspreis in das Unperfekthaus.



Künftige geplante Themen:

Bitte den Newsletter abonnieren, denn da werden alle Termine angekündigt.


"Wie definierst Du 'Rassismus'?"

"Können wir auf regenerative Energie bauen?"

"Migration - Fluch oder Segen?"

"Alt & Jung - im beidseitigen Interesse?"


Ablauf

Andere Sichtweisen zu entdecken ist wie eine Reise in ferne Länder. Manchmal nimmt man neue Gedanken mit, oft bleibt man bei dem, was man vorher schon glaubte. Doch allein der neugierige Blick in fremde Denkweisen kann bereichernd sein. Wenn wir das Unbekannte im Kopf genauso offen erkunden wie fremde Kulturen, entsteht daraus etwas Wunderschönes. Deshalb laden wir zu „Seid Euch nicht so sicher“-Abenden ein:


  • Meinungen: Bis zu 5 Menschen aus dem Publikum können sich melden, um ihre Denkweisen nacheinander jeweils 5–10 Minuten lang ungestört vorzustellen.
  • Abstimmung: Nach jedem Beitrag notieren alle Anwesenden auf der abgebildeten Abstimmkarte, wie sehr sie zustimmen oder ablehnen. Erst nach dem letzten Vortrag werden die Karten eingesammelt, und es wird angezeigt, wieviele Zustimmungspunkte jeder Vortragende im Saal insgesamt bekommen hat.
  • Diskussion: Erst dann beginnt die offene Diskussion: respektvoll, freundlich und mit echter Neugier aufeinander.

Wahrheit

Messbare Wahrheit: Objektiv mess- oder überbar. Beispiel: „Der Tisch ist 2 Meter lang.“

Logische Wahrheit: Ergibt sich zwingend aus Regeln. Beispiel: „2 + 2 = 4.“

Subjektive Wahrheit: Für eine Person real, auch wenn andere es anders erleben. Beispiel: „Diese Musik macht mich traurig.“

Historische Wahrheit: Vergangene Ereignisse werden aus Quellen rekonstruiert, oft nie vollständig. Beispiel: Unterschiedliche Darstellungen derselben Revolution oder desselben Krieges.

Perspektivische Wahrheit: Aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedlich. Beispiel: Ein Streik kann als Kampf für Gerechtigkeit oder als wirtschaftlicher Schaden gesehen werden.

Wissenschaftliche Wahrheit: Gilt so lange als richtig, bis bessere Daten oder Modelle auftauchen. Beispiel: Frühere Vorstellungen über das Universum wurden mehrfach verändert.

Spirituelle oder religiöse Wahrheit: Beruht auf Glauben, Erfahrung oder innerer Überzeugung. Beispiel: Der Sinn des Lebens oder die Existenz Gottes.

Soziale Wahrheit: Wird „wahr“, weil Menschen gemeinsam daran glauben und danach handeln. Beispiel: Geld hat Wert, weil Menschen sich darauf verständigt haben.

Noch unbekannte Wahrheit: Niemand weiss, was die Zukunft bringt.

Dieses Bild von Jean-Christophe BENOIST ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

Das Essener Unperfekthaus ist ein Ort des freien Denkens und Tuns. Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, Hintergründen und Weltanschauungen diskutieren hier offen und ohne Angst. Doch immer häufiger werden Menschen nicht nur für ihre Meinung kritisiert, sondern als ganze Person ausgegrenzt oder „gecancelt“.

Das Nebeneinander unterschiedlicher Denkmodelle ist Grundlage jeder Wissenschaft und jeder offenen Gesellschaft. Man darf den Klimawandel diskutieren, in Migration Chancen oder Risiken sehen, linken oder rechten  Positionen anhängen.


Und selbst die Religionen lehren, dass kein Mensch glauben sollte, absolute Gewissheit zu besitzen:


  • Adam und Eva wurden aus dem Paradies vertrieben, weil sie vom Baum gottgleicher Erkenntnis von Gut und Böse aßen.
  • Muslime bekennen im Gebet, dass Allah größer ist als sie selbst.
  • Juden lesen in Synagogen den Satz: „Wisse, vor wem Du stehst.“


Wir möchten dazu beitragen, dass wieder stärker zwischen der Kritik an einer Meinung und dem Angriff auf einen Menschen unterschieden wird.  Argumente gehören zu einer freien Gesellschaft, aber Hass, Entmenschlichung und soziale Vernichtung nicht:


  • „Diese Meinung halte ich für falsch, weil …“ ist Teil einer Debatte.
  • „Du bist dumm oder gefährlich“ greift die Person an.


Menschen sozial auszugrenzen oder mundtot zu machen verhindert, dass gefährliche Denkweisen korrigiert werden.