Vertrauensfonds "Zusammenleben"
Unperfekthaus fördert migrantische Eigeninitiative
Wer "neu" dazu gekommen ist, hat's schwerer. Denn im (einigermaßen) gut organisierten Deutschland sind praktisch alle Angebote bereits von denen besetzt, die schon lange hier leben. Umso wichtiger ist es, migrantische Initiativen zu fördern, denn Demokratie lebt von Teilhabe, und wer schlechter ausgebildet und weniger informiert ist, hat in allen Bereichen unserer Gesellschaft nur geringe Chancen, sich im Wettbewerb mit denen zu behaupten, die bessere Startbedingungen hatten.
Das Essener Unperfekthaus ist für diejenigen da, die aus eigener Kraft auch dann aktiv werden, wenn sie genau wissen, dass es schwer wird, dass sie Fehler machen werden, dass so manches Projekt auch in einem Misserfolg endet. Deshalb fördert das Unperfekthaus migrantische Eigeninitiativen auch Essen mit insgesamt 500.000€ und will damit ein kleines Bisschen dazu beitragen, alle Teile unserer Gesellschaft zur Teilhabe zu befähigen.
Aber wie wählt man aus, wer wie unterstützt wird? Wir möchten niemanden fördern, der demokratiefeindlich oder diskriminierend denkt, Hass oder Gewalt verbreitet. Das aber in vielen Einzelfällen zu entscheiden trauen wir uns im Unperfekthaus nicht selbst zu, und wir möchten auch vermeiden, eine zentralistische Struktur zu schaffen, bei der wenige zu viel Einfluss haben und bei der Alteingesessene entscheiden, welche Initiativen neuer Bürgerinnen und Bürger wohl am ehesten zu fördern sind. Deshalb starten wir den Vertrauensfonds "Zusammenleben":
- 500.000€ in migrantisches Engagement in Essen
- Die Initiative versteht sich als Vertrauenssignal an migrantische Communities, dass ihre Perspektiven und Erfahrungen ernstgenommen werden.
- Deshalb entscheidet eine unabhängige Jury aus Menschen mit eigener Migrationsgeschichte über die Vergabe der Mittel. Die Jury wird aus unterschiedlichen Herkunftsländern, Religionen, Generationen sowie natürlich Frauen und Männern zusammengesetzt.
- Vorschläge für Jurymitglieder?
- Vielleicht können wir 9 Personen finden?
- Gefördert werden sollen
- Dialogprojekte, Jugendprojekte, Bildungsprojekte, lokale Begegnungsinitiativen, kulturelle Austauschprogramme und ähnliche Initiativen
- Voraussetzung ist, dass sie unter der Leitung von Menschen mit Migrationshintergrund stehen, aber offen für alle Teilnehmer sind
- Die Jury kann die Höhe und Fristigkeit jeder Förderung innerhalb des Gesamtbudgets frei entscheiden, auch Projekte, die nicht als gemeinnützig anerkannt sind, können gefördert werden, doch ist die Förderung solcher Projekte auf maximal 20.000€ begrenzt (weil sonst Schenkungssteuer ausgelöst wird).
- Stifter ist der Inhaber und Gründer des Unperfekthauses (Reinhard Wiesemann), der es richtig findet, wenn neben dem mächtigen Staat auch viele Privatpersonen auf ganz unterschiedliche Weise und nach vielfältigen Kriterien zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft beitragen. Denn auch in der Förderlandschaft sind Monopole zu vermeiden (auch wenn sie staatlich sind).
Ablauf
Es ist ein Vertrauensfonds - der Initiator und Stifter übergibt alle Entscheidungen an die migrantisch besetzte Jury und behält sich nur ein Vetorecht vor. Die Jury entscheidet, wie der Fonds verwaltet wird, wie beantragt werden soll, wer wie gefördert wird.
An dieser Stelle werden die Bewerbungsbedingungen, Fristen,... veröffentlicht,
sobald die Jury diese entschieden hat.
Aktuell kann man sich noch nicht bewerben. Bitte habt Geduld
und schaut immer wieder mal auf diese Seite.
